Trennbare Verben im Deutschen: Regeln, Beispiele & Übungen


Zusammenfassung
- Trennbare Verben bestehen aus Verb + Präfix; im Hauptsatz wandert das Präfix ans Satzende
- Im Perfekt bleibt das Präfix beim Partizip: aufgemacht, angerufen
- Die Betonung hilft: trennbar = Betonung auf dem Präfix
- Einige Präfixe sind doppeldeutig (durch, um, über) – Bedeutung entscheidet
- Kurze tägliche Übung macht die Trennung automatisch
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Inhaltsverzeichnis
- Was sind trennbare Verben?
- Vergleich: Trennbar vs. Nicht trennbar
- So erkennst du trennbare Verben
- Die wichtigsten trennbaren Präfixe
- Trennbare Verben in den Zeiten
- Präsens
- Präteritum
- Perfekt
- Imperativ
- Infinitiv mit Modalverb
- Infinitiv mit „zu“
- Nebensätze
- Doppelfunktion: trennbar oder nicht?
- Perfekt: „haben“ oder „sein“?
- Häufige trennbare Verben im Alltag
- Satzbau im Detail (Hauptsatz vs. Nebensatz)
- Partizip II: Wo steht das „ge-“?
- Nicht trennbare Präfixe (schnelle Liste)
- Checkliste vor dem Schreiben
- Kurzgeschichte zum Nachsprechen
- Häufige Fehler
- Mini‑Routine (10 Minuten)
- Mini‑Test
- Schnellzusammenfassung
- Fazit
Trennbare Verben sind eine Besonderheit des Deutschen – und zugleich Alltag. Ohne sie klingt Sprache schnell unnatürlich: aufstehen, anrufen, einkaufen, mitbringen. Für Lernende sind sie jedoch knifflig, weil das Präfix im Satz „wandert“.
Das Gute: Es gibt klare Regeln. Wenn du sie einmal verstanden hast, werden trennbare Verben zuverlässig.
Was sind trennbare Verben?
Ein trennbares Verb besteht aus Präfix + Verb. Im Hauptsatz wird das Präfix abgetrennt und ans Ende gestellt:
- aufmachen → Ich mache die Tür auf.
- anrufen → Ich rufe dich an.
- ausgehen → Wir gehen heute aus.
Trennbar vs. Nicht trennbar
Trennbar
Nicht trennbar
So erkennst du trennbare Verben
- Betonung prüfen: Trennbar = Präfix betont
- Bedeutung prüfen: Trennbar wirkt oft „wörtlicher“
- Perfekt prüfen: Gibt es ein „ge“ dazwischen? → aufgemacht
Beispiele:
AUFstehen (trennbar) vs. verSTEHEN (nicht trennbar)
Die wichtigsten trennbaren Präfixe
| Präfix | Grundbedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| ab- | weg, nach unten | abfahren, abholen |
| an- | beginnen, kontaktieren | anrufen, anfangen |
| auf- | öffnen, nach oben | aufmachen, aufstehen |
| aus- | hinaus, komplett | ausgehen, auslernen |
| ein- | hinein, beginnen | einkaufen, einladen |
| mit- | gemeinsam | mitkommen, mitnehmen |
| nach- | nach hinten, später | nachdenken, nachsehen |
| vor- | vorher, voraus | vorlesen, vorstellen |
| weg- | entfernen | wegwerfen, weggehen |
| zu- | schließen, hin | zumachen, zuhören |
Diese Liste deckt den Großteil der Alltagssprache ab.
Trennbare Verben in den Zeiten
Präsens
Präfix ans Satzende:
- Ich stehe um 7 Uhr auf.
- Wir rufen dich an.
Präteritum
Die Regel bleibt gleich:
- Ich stand früh auf.
- Sie rief mich an.
Perfekt
Präfix bleibt am Partizip:
- Ich bin aufgestanden.
- Sie hat mich angerufen.
Imperativ
Präfix bleibt am Ende:
- Steh auf!
- Ruf mich an!
Infinitiv mit Modalverb
Präfix bleibt zusammen:
- Ich muss aufstehen.
- Wir wollen einkaufen.
Infinitiv mit „zu“
„Zu“ steht zwischen Präfix und Verb:
- aufzustehen
- anzurufen
- einzukaufen
Mit um ... zu bleibt es genauso:
- Ich stehe früh auf, um den Zug zu erreichen.
- Sie ruft an, um die Details zu klären.
Nebensätze
Das Verb steht am Ende – trotzdem bleibt das Präfix getrennt:
- …, weil ich früh aufstehe.
- …, dass er mich anruft.
Doppelfunktion: trennbar oder nicht?
Einige Präfixe sind manchmal trennbar, manchmal nicht. Die Bedeutung entscheidet.
-
umfahren
- Er fährt den Baum um. (trennbar = umstoßen)
- Er umfährt den Baum. (untrennbar = herumfahren)
-
überholen
- Ich hole dich über. (trennbar, selten)
- Ich überhole dich. (untrennbar = vorbei fahren)
-
durchschauen
- Ich schaue die Unterlagen durch. (trennbar = prüfen)
- Ich durchschaue ihn. (untrennbar = verstehen)
Merke: Wenn das Präfix betont wird, ist es meist trennbar.
Perfekt: „haben“ oder „sein“?
Die meisten trennbaren Verben bilden das Perfekt mit haben:
- Ich habe aufgemacht.
- Wir haben eingekauft.
Einige Verben der Bewegung oder Zustandsänderung nutzen sein:
- Ich bin aufgestanden.
- Er ist losgefahren.
- Das Wasser ist eingefroren.
Wenn du unsicher bist, hilft der Blick auf das Grundverb: Verben wie gehen, fahren, fallen, sterben nehmen meist sein.
Häufige trennbare Verben im Alltag
Diese Verben begegnen dir ständig. Es lohnt sich, sie als erste zu lernen:
- aufstehen – aufwachen, aus dem Bett gehen
- ausgehen – das Haus verlassen / feiern gehen
- einkaufen – shoppen
- mitbringen – etwas dabeihaben
- zurückkommen – zurückkehren
- vorstellen – präsentieren / sich vorstellen
- anmelden – registrieren
- abholen – jemanden abholen
- mitmachen – teilnehmen
- umziehen – den Wohnort wechseln
- einschlafen – einschlafen
- aufhören – stoppen
- weitergehen – fortsetzen
- aufpassen – auf etwas achten
Versuche, zu jedem Verb einen eigenen Satz zu formulieren – das hilft mehr als eine reine Liste.
Satzbau im Detail (Hauptsatz vs. Nebensatz)
Hauptsatz: Präfix am Ende
Ich rufe dich morgen an.
Nebensatz: Verb am Ende, Präfix bleibt getrennt
…, weil ich dich morgen anrufe.
Merke: Im Nebensatz bleibt alles zusammen, weil das Verb ohnehin am Ende steht.
Partizip II: Wo steht das „ge-“?
Bei trennbaren Verben steht ge zwischen Präfix und Verb:
- auf + ge + macht → aufgemacht
- an + ge + rufen → angerufen
Bei nicht trennbaren Verben gibt es kein ge:
- verstehen → verstanden
- bekommen → bekommen
Und bei Verben auf -ieren fällt „ge“ ebenfalls weg:
- telefonieren → telefoniert
Wenn du diese drei Regeln kennst, machst du im Perfekt deutlich weniger Fehler.
Nicht trennbare Präfixe (schnelle Liste)
Diese Präfixe sind meist nicht trennbar. Das „ge-“ fehlt im Partizip:
- be-: bekommen, besprechen
- er-: erzählen, erklären
- ver-: verstehen, verlieren
- zer-: zerstören
- ent-: entdecken
- emp-: empfehlen
- miss-: missverstehen
Wenn du eines dieser Präfixe siehst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Verb untrennbar ist.
Checkliste vor dem Schreiben
Wenn du ein trennbares Verb verwenden willst, stell dir diese Fragen:
- Ist das Präfix betont?
- Kommt „ge“ ins Partizip?
- Steht der Satz im Hauptsatz oder Nebensatz?
Diese Mini‑Checkliste verhindert die meisten Fehler.
Kurzgeschichte zum Nachsprechen
Heute stehe ich früh auf. Danach mache ich Kaffee auf, kaufe schnell ein und rufe meine Schwester an. Am Nachmittag komme ich wieder zurück und mache mit der Arbeit weiter.
Solche Mini‑Texte bringen die Struktur ins Gefühl.
Häufige Fehler
1) Präfix am Verb lassen
❌ Ich aufmache die Tür. → ✅ Ich mache die Tür auf.
2) Perfekt falsch bilden
❌ Ich habe gemacht auf. → ✅ Ich habe aufgemacht.
3) „zu“ an die falsche Stelle setzen
❌ zuaufstehen → ✅ aufzustehen
Mini‑Routine (10 Minuten)
- Nimm 5 trennbare Verben und bilde je 2 Präsens‑Sätze
- Verwandle sie ins Perfekt
- Sag die Sätze laut und achte auf die Betonung
- Baue 2 Sätze mit „zu“-Infinitiv
Mini‑Test
Setze das Präfix richtig ein:
- Ich ___ heute früh ___. (aufstehen)
- Wir ___ dich morgen ___. (anrufen)
- Er hat das Fenster ___. (zumachen)
Lösung: stehe … auf / rufen … an / zugemacht.
Schnellzusammenfassung
- Präfix im Hauptsatz ans Ende
- Im Perfekt: Präfix + ge + Stamm
- Mit „zu“: Präfix + zu + Stamm
- Betonung hilft beim Erkennen
Wenn du diese vier Punkte kannst, bist du auf einem sehr guten Weg.
Merksatz: Präfix im Hauptsatz nach hinten, im Perfekt dazwischen, mit „zu“ in die Mitte.
Fazit
Trennbare Verben wirken anfangs kompliziert, sind aber logisch. Wenn du Betonung, Satzstellung und die Perfekt‑Formen verstanden hast, wirst du sie ganz selbstverständlich verwenden.
Wenn du tägliche Übung mit Feedback möchtest, probiere Parlai und festige die Regeln in echten Beispielsätzen.
Häufig gestellte Fragen
Häufig an der Betonung: Trennbare Verben betonen das Präfix (AUFstehen), untrennbare den Stamm (verSTEHEN).
Das Präfix bleibt am Verb: aufmachen → aufgemacht, anrufen → angerufen.
Bei trennbaren Verben steht „zu“ zwischen Präfix und Verb: aufzustehen, anzurufen.
durch-, über-, um-, unter-, wieder-, wider-, voll- können beides sein – die Bedeutung entscheidet.
Nein. Lerne die häufigsten und übe sie in Sätzen, dann prägen sich Muster automatisch ein.
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