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„Revidieren“: Bedeutung, Verwendung und Beispiele

„Revidieren“: Bedeutung, Verwendung und Beispiele
Nina Authried
7 Min. Lesezeit

Zusammenfassung

  • Revidieren heißt: überprüfen und ändern
  • Das Wort ist formell und häufig in Beruf, Recht und Verwaltung
  • Typisch: Entscheidungen, Pläne oder Prognosen revidieren
  • Unterschied zu „korrigieren“: revidieren ist umfassender
  • Partizip II lautet: revidiert

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„Revidieren“ ist ein formelles Verb, das man oft in Business, Recht oder Verwaltung hört. Es bedeutet, etwas zu überprüfen und neu festzulegen, häufig, weil neue Informationen vorliegen oder weil sich ein Fehler gezeigt hat.

In diesem Guide lernst du Bedeutung, Satzmuster, typische Kontexte, Unterschiede zu ähnlichen Wörtern und viele Beispiele.

Gerade in dynamischen Situationen ist Revidieren normal und zeigt Lernfähigkeit. Es geht darum, die beste Entscheidung mit dem aktuellen Wissen zu treffen. Nicht stur, sondern adaptiv.

Was bedeutet „revidieren“?

Revidieren heißt: überprüfen und ändern.
Es geht also nicht nur um eine kleine Korrektur, sondern oft um eine grundsätzlichere Anpassung.

Beispiele:

  • Die Prognose wurde revidiert.
  • Wir müssen unsere Entscheidung revidieren.
Schritt-für-Schritt-Plan: Eine Entscheidung revidieren
SCHRITT
1

Auslöser klären

Welche neue Information zwingt zur Änderung?

SCHRITT
2

Altstand prüfen

Was war die ursprüngliche Entscheidung?

SCHRITT
3

Konsequenzen analysieren

Was ändert sich durch die Revision?

SCHRITT
4

Neuen Stand formulieren

Welche Version gilt ab jetzt?

SCHRITT
5

Kommunikation planen

Wen betrifft die Änderung?

SCHRITT
6

Umsetzung prüfen

Was muss angepasst werden?

So wird Revidieren zu einem nachvollziehbaren Prozess statt einer spontanen Kehrtwende.

Herkunft und Wortfamilie

„Revidieren“ kommt vom lateinischen revidere = „noch einmal ansehen“. Zur Wortfamilie gehören:

  • Revision (Substantiv)
  • revidiert (Partizip II)

Beispiele:

  • eine Revision des Urteils
  • eine revidierte Planung

Grammatik und typische Satzmuster

„Revidieren“ ist regelmäßig:

ZeitformBeispiel
Präsensich revidiere
Präteritumich revidierte
Perfektich habe revidiert
Partizip IIrevidiert

Typische Muster:

  • X revidiert Y.
    Das Unternehmen revidiert die Strategie.
  • Y wird revidiert.
    Die Entscheidung wird revidiert.

Typische Kontexte

Beruf und Business

Hier werden Prognosen, Strategien oder Ziele revidiert:

  • Die Umsatzprognose wurde revidiert.
  • Wir revidieren unsere Roadmap.

Recht und Verwaltung

Im juristischen Kontext ist „revidieren“ sehr verbreitet:

  • Das Urteil wurde revidiert.

Wissenschaft und Forschung

Neue Daten führen zur Revision von Aussagen:

  • Die Hypothese wurde revidiert.

Alltag (selten)

Im Alltag nutzt man oft „ändern“ oder „korrigieren“:

  • Ich revidiere meine Meinung. (formell)

Im persönlichen Kontext sagt man häufiger: „Ich ändere meine Meinung.“
„Revidieren“ wirkt hier bewusst sachlich und distanziert – das kann nützlich sein, wenn man eine Diskussion neutral halten will.

Gründe, warum man revidiert

Revidieren passiert nicht willkürlich. Häufige Gründe sind:

  • Neue Informationen: Daten oder Fakten widersprechen der alten Annahme.
  • Fehlannahmen: Die Ausgangslage war unvollständig oder falsch.
  • Änderungen im Umfeld: Markt, Gesetz oder Bedingungen haben sich verändert.
  • Strategiewechsel: Ziele werden neu gesetzt.

Das zeigt: Revidieren ist eine bewusste Entscheidung, keine spontane Laune.

Revidieren als Zeichen von Professionalität

Revidieren klingt für manche wie „Zurückrudern“. In professionellen Kontexten ist es jedoch das Gegenteil: Es zeigt, dass Entscheidungen an neue Fakten angepasst werden. Wer revidiert, handelt lernfähig und verantwortungsvoll.

Beispiel:

  • Wir revidieren den Plan, weil die Rahmenbedingungen sich verändert haben.

Das signalisiert Klarheit, nicht Unsicherheit.

Revidieren im Journalismus

In Medien heißt „revidieren“ oft, dass Zahlen oder Aussagen nachträglich angepasst werden:

  • Die Zeitung revidierte die Angaben nach neuen Informationen.

Hier ist Transparenz besonders wichtig: Revidieren bedeutet nicht „Fehler verstecken“, sondern korrigieren und offenlegen.

Stil und Register

„Revidieren“ wirkt sachlich und formell. Es passt in Berichte, juristische Texte, Business‑Kontexte und wissenschaftliche Arbeiten. In einem lockeren Gespräch klingt es schnell steif – dort sind „ändern“ oder „korrigieren“ natürlicher.

Entscheidungshilfe: revidieren oder korrigieren?

Nutze korrigieren, wenn du einen Fehler behebst:

  • Ich korrigiere den Tippfehler.

Nutze revidieren, wenn du die Grundlage der Entscheidung neu bewertest:

  • Wir revidieren die Strategie, weil die Daten anders sind.

So zeigt „revidieren“ immer einen größeren Schritt als reine Fehlerkorrektur.

Kurz‑Checkliste: Wann ist Revidieren sinnvoll?

Stelle dir diese Fragen:

  • Gibt es neue Fakten, die den alten Stand infrage stellen?\n- Haben sich Ziele oder Bedingungen geändert?\n- Würde eine kleine Korrektur nicht ausreichen?\n Wenn du zweimal „Ja“ sagst, ist revidieren die passende Entscheidung.

Alltagsformulierung

Wenn dir „revidieren“ zu formell ist, kannst du sagen:

  • Ich ändere meine Meinung.
  • Wir passen den Plan an.
  • Wir überarbeiten die Entscheidung.

Damit bleibt die Aussage verständlich, ohne unnötig schwer zu wirken.

Revidieren vs. Zurücknehmen

„Zurücknehmen“ ist umgangssprachlicher und oft emotionaler. „Revidieren“ wirkt neutral und sachlich.

Beispiel:

  • Ich nehme die Aussage zurück. (persönlich)
  • Ich revidiere die Aussage. (formell)

In beruflichen Kontexten ist „revidieren“ daher die passendere Wahl.

Revidieren vs. Revision

„Revision“ ist das Substantiv, das oft im juristischen oder organisatorischen Kontext auftaucht:

  • eine Revision des Urteils
  • Revision der Prognose

Das Verb dazu ist revidieren. Beide Formen sind sachlich und klingen professionell.

Revidieren vs. Korrigieren vs. Überarbeiten vs. Widerrufen

Diese Verben klingen ähnlich, bedeuten aber nicht dasselbe:

  • revidieren: überprüfen und grundlegend anpassen
  • korrigieren: Fehler ausbessern
  • überarbeiten: verbessern, umformulieren
  • widerrufen: formell zurückziehen

Beispiel:

  • Ich korrigiere einen Tippfehler.
  • Ich überarbeite den Text.
  • Ich revidiere die Entscheidung.
  • Ich widerrufe die Aussage.

Typische Kollokationen

  • Entscheidung revidieren
  • Prognose revidieren
  • Plan revidieren
  • Urteil revidieren
  • Strategie revidieren
  • Zahl revidieren

Diese Verbindungen wirken besonders professionell.

Beispiele aus Textsorten

Geschäftsbericht:
Die Umsatzprognose wurde nach Q2 revidiert.

Juristischer Text:
Das Urteil wurde durch die Revision revidiert.

Wissenschaftlicher Bericht:
Die Hypothese musste nach neuen Daten revidiert werden.

So erkennst du, dass „revidieren“ vor allem in formellen Kontexten vorkommt.

Revidieren in Projekten

In Projekten bedeutet revidieren häufig, einen Plan oder eine Roadmap anzupassen. Das ist normal, weil Projekte dynamisch sind:

  • neue Abhängigkeiten entstehen
  • Ressourcen ändern sich
  • Prioritäten verschieben sich

Wer hier revidiert, schützt das Projekt vor unrealistischen Erwartungen.

Wenn man nicht revidiert

Zu lange an alten Entscheidungen festzuhalten kann Risiken erzeugen:

  • Ziele bleiben unerreichbar
  • Teams arbeiten an falschen Prioritäten
  • Kosten steigen unnötig

Revidieren schafft Klarheit und hilft, wieder realistisch zu planen.

Häufige Fehler

1) Revidieren = kleine Änderung
Revidieren meint oft eine grundsätzlichere Anpassung.

2) Falscher Kontext
Im Alltag klingt „revidieren“ oft zu formell. „Ändern“ ist meist natürlicher.

3) Unklarer Auslöser
Revidieren wirkt überzeugender, wenn klar ist, warum man die Entscheidung ändert.

Aussprache (kurz)

Die Betonung liegt auf der dritten Silbe: re-vi-DIE-ren.
So klingt das Wort klar und professionell.

Beispielanalyse

„Die Prognose wurde revidiert, weil neue Daten vorliegen.“
Hier wird deutlich, dass Revidieren mehr ist als Korrigieren: Es basiert auf neuen Informationen.

Mini‑Dialog

— Bleibt die Entscheidung von gestern?
— Nein, wir müssen sie revidieren.
— Verstanden, dann passen wir den Plan an.

Mini‑Routine (10 Minuten)

  1. Nimm eine Entscheidung und notiere die Gründe.
  2. Prüfe neue Informationen, die die Entscheidung verändern könnten.
  3. Formuliere eine revidierte Version in einem Satz.

So übst du, Revidieren klar und nachvollziehbar auszudrücken.

Mini‑Test

Setze die passende Form ein:

  1. Wir ___ die Prognose.
  2. Das Urteil wurde ___.
  3. Ich ___ meine Meinung.

Lösung: revidieren / revidiert / revidiere

Beispielsätze (10 kurze Sätze)

  1. Die Prognose wurde revidiert.
  2. Wir revidieren die Strategie.
  3. Das Urteil ist revidiert.
  4. Sie revidierte ihre Meinung.
  5. Der Plan wurde revidiert.
  6. Die Zahlen wurden revidiert.
  7. Das Team revidiert die Ziele.
  8. Die Entscheidung ist revidiert.
  9. Die Hypothese wurde revidiert.
  10. Wir revidieren den Ablauf.

Merksatz

„Revidieren heißt: prüfen und neu festlegen.“
So merkst du dir, dass es um mehr als eine kleine Korrektur geht.

Wenn du neue Informationen erhältst, ist Revidieren oft der professionellste Schritt. Es zeigt, dass Entscheidungen nicht starr sind, sondern sich an Fakten orientieren.

Fazit

„Revidieren“ bedeutet überprüfen und ändern. Es ist ein formelles Verb, das besonders in Beruf, Recht und Wissenschaft genutzt wird. Im Alltag sagt man oft einfach „ändern“. Das schafft Vertrauen in Prozesse, auch intern im Team oft.

Wenn du solche Wörter sicher einsetzen willst, übe sie in kurzen Texten oder Dialogen – zum Beispiel mit Parlai.

Häufig gestellte Fragen

Es bedeutet, etwas zu überprüfen und anschließend zu ändern.

Ja, es klingt sachlich und wird oft in Beruf, Recht oder Verwaltung genutzt.

Entscheidungen, Pläne, Strategien, Prognosen oder Urteile.

Korrigieren behebt Fehler, revidieren bedeutet grundsätzlicher ändern.

Regelmäßig: ich revidiere, du revidierst, er revidiert.

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