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„Konterkariert“: Bedeutung, Beispiele und richtige Verwendung

„Konterkariert“: Bedeutung, Beispiele und richtige Verwendung
Nina Authried
7 Min. Lesezeit

Zusammenfassung

  • Konterkariert heißt: etwas wird durchkreuzt oder vereitelt
  • Das Wort ist das Partizip von „konterkarieren“
  • Typisch sind formelle Texte in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft
  • Häufiges Muster: „X wird durch Y konterkariert“
  • Alternativen sind durchkreuzt, vereitelt oder unterlaufen

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„Konterkariert“ klingt formell und taucht oft in Politik, Wirtschaft oder wissenschaftlichen Texten auf. Gemeint ist fast immer: Ein Ziel wird durch eine Gegenwirkung gestört. Das Wort ist das Partizip von konterkarieren und wird häufig wie ein Adjektiv verwendet.

In diesem Beitrag lernst du Bedeutung, Satzmuster, Synonyme und typische Fehler – inklusive vieler Beispiele.

Gerade wenn du Zielkonflikte benennen willst, ist „konterkariert“ sehr nützlich: Es macht sichtbar, dass eine Maßnahme gut gemeint ist, aber durch Details oder Nebenwirkungen abgeschwächt wird.

Was bedeutet „konterkariert“?

Konterkariert bedeutet: durchkreuzt, vereitelt oder zunichtemacht.

Kernidee:

  • Ein Plan oder ein Ziel existiert.
  • Etwas wirkt dagegen.
  • Das Ergebnis wird geschwächt oder verhindert.

Beispiele:

  • Die Nebenwirkung konterkariert den Nutzen.
  • Die Maßnahme wird durch Ausnahmen konterkariert.

Herkunft und Wortbildung

„Konterkariert“ kommt vom Verb konterkarieren. Der Wortstamm setzt sich zusammen aus:

  • Konter- = gegen, entgegen (wie bei kontern)
  • -karieren = kreuzen, durchkreuzen (verwandt mit kariert)

Wörtlich steckt also die Idee „gegen etwas kreuzen“ darin – genau das beschreibt die Bedeutung: Ein Ziel wird durch eine Gegenwirkung gestört.

Verteilung: Wo „konterkariert“ typischerweise vorkommt

  • Politik & Verwaltung (30 %) – Reformen, Ziele, Maßnahmen
  • Business & Strategie (25 %) – Markenaufbau, Positionierung, Kennzahlen
  • Wissenschaft & Studien (20 %) – Effekte, Variablen, Ergebnisse
  • Medien & Kommentare (15 %) – Analysen, Kritik, Einordnung
  • Alltagssprache (10 %) – selten, eher ironisch oder bewusst formell

Diese Verteilung zeigt: Das Wort ist klar schriftsprachlich geprägt.

Kurz‑Check: Passt „konterkariert“?

Frage dich kurz:

  • Gibt es ein klar benanntes Ziel?
  • Gibt es eine Gegenwirkung (Regel, Maßnahme, Signal)?
  • Ist der Kontext sachlich oder formell?

Wenn du alle drei Fragen mit Ja beantworten kannst, ist „konterkariert“ eine sehr gute Wahl. In lockeren Gesprächen klingt „durchkreuzt“ meist natürlicher.

Fehlt der Gegenspieler, wirkt das Wort schnell zu stark. Dann ist eine neutralere Alternative besser.

Grammatik: Partizip, Adjektiv, Passiv

„Konterkariert“ ist das Partizip II von konterkarieren. Es wird in zwei Hauptrollen verwendet:

  1. Im Perfekt/Passiv
    • Die Strategie wurde konterkariert.
  2. Adjektivisch
    • ein konterkariertes Ziel
    • ein konterkariertes Signal

Beachte: In beiden Fällen bleibt die Bedeutung gleich – es geht immer um Gegenwirkung.

Typische Satzmuster

Diese Strukturen wirken besonders natürlich:

  • X wird durch Y konterkariert.
    • Der Effekt wird durch Nebengeräusche konterkariert.
  • X ist konterkariert.
    • Die Initiative ist durch interne Konflikte konterkariert.
  • konterkarierte + Nomen
    • konterkarierte Maßnahmen, konterkarierte Ziele

Satzbau‑Hinweis

In langen Sätzen solltest du klar markieren, was konterkariert wird:

  • Obwohl die Kampagne Aufmerksamkeit erzeugt, wird das eigentliche Ziel durch widersprüchliche Botschaften konterkariert.

Typische Kollokationen

Diese Verbindungen wirken in formellen Texten besonders natürlich:

  • ein Ziel konterkariert
  • eine Strategie konterkariert
  • eine Maßnahme konterkariert
  • ein Effekt konterkariert
  • ein Nutzen konterkariert
  • ein Plan konterkariert

Wenn du diese Nomen nutzt, klingt „konterkariert“ sofort idiomatisch.

Typische Kontexte

Politik & Verwaltung

Hier geht es oft um Gesetze, Reformen oder Maßnahmen, die sich gegenseitig aufheben.

  • Die Ausnahmeregeln konterkarieren die Reform.
  • Die Maßnahme ist durch widersprüchliche Vorgaben konterkariert.

Wirtschaft & Strategie

In Strategie‑Papieren beschreibt „konterkariert“ häufig Zielkonflikte.

  • Die kurzfristige Preisaktion konterkariert den Markenaufbau.
  • Das neue Incentive konterkariert die Qualitätsstrategie.

Wissenschaft & Forschung

Hier meint „konterkariert“ meist Störfaktoren oder Nebeneffekte.

  • Die Störvariable konterkariert den Haupteffekt.
  • Die Nebenwirkung konterkariert den Nutzen.

Medien & Analyse

Analysen nutzen das Wort, um Spannungen zwischen Absicht und Wirkung zu markieren.

  • Die Ankündigung wird durch Details konterkariert.

Synonyme und Nuancen

Je nach Intensität passt ein anderes Wort besser:

  • durchkreuzt – neutral und alltagstauglich
  • vereitelt – stärker, betont das Scheitern
  • unterlaufen – eher indirekt, häufig bei Regeln
  • ausgehebelt – umgangssprachlich, oft kritisch

Beispiele:

  • Die Aktion wird durchkreuzt. (neutral)
  • Die Aktion wird vereitelt. (stärker)
  • Die Aktion wird konterkariert. (formell, analytisch)

Gegenteile und positive Verben

Wenn du ausdrücken willst, dass etwas unterstützt statt konterkariert wird, passen diese Verben besser:

  • fördernDie Maßnahme fördert das Ziel.
  • unterstützenDas Budget unterstützt die Strategie.
  • begünstigenDie Rahmenbedingungen begünstigen den Erfolg.
  • stärkenDie Regel stärkt den Effekt.

So kannst du klar zwischen Gegenwirkung und Unterstützung unterscheiden.

Wortfamilie und Ableitungen

Zur Wortfamilie gehören:

  • konterkarieren (Verb) – Wir konterkarieren den Plan.
  • konterkariert (Partizip/Adjektiv) – ein konterkariertes Ziel
  • Konterkarierung (Substantiv, selten) – die Konterkarierung einer Maßnahme

Im Alltag reicht es fast immer, das Verb oder das Partizip zu verwenden.

Unterschied zu „konterkarieren“ und „konterkarierend“

  • konterkarieren = Infinitiv: Wir konterkarieren den Plan.
  • konterkariert = Partizip/Adjektiv: Der Plan ist konterkariert.
  • konterkarierend = seltene Partizip‑I‑Form: konterkarierende Faktoren

Im Alltag wirst du fast immer konterkariert oder den Infinitiv sehen – das Partizip I ist eher fachsprachlich.

Entscheidungsleitfaden: „konterkariert“ oder „vereitelt“?

Nutze konterkariert, wenn ein Ziel geschwächt oder gegenläufig beeinflusst wird, aber noch nicht vollständig scheitert.
Nutze vereitelt, wenn das Vorhaben komplett verhindert wurde.

Beispiele:

  • Die Strategie wurde durch Ausnahmen konterkariert. (Ziel ist geschwächt)
  • Der Anschlag wurde vereitelt. (Ziel vollständig verhindert)

So triffst du schnell die passende Intensität.

Stil und Register

„Konterkariert“ wirkt gehoben und präzise. Es passt zu:

  • Berichten
  • Analysen
  • Strategie‑Papieren
  • wissenschaftlichen Texten

In lockerer Umgangssprache klingt das Wort schnell zu formell. Dort sind „durchkreuzt“ oder „kaputtgemacht“ natürlicher.

Beispiele aus Textsorten

Sachbericht:
Die Maßnahme gilt als konterkariert, weil Ausnahmen den Effekt abschwächen.

Kommentar:
Die Entscheidung wirkt konsequent, ist jedoch durch Details konterkariert.

Wissenschaftlicher Text:
Die Störvariable führt dazu, dass der Haupteffekt konterkariert wird.

Die Formulierungen zeigen, dass „konterkariert“ besonders in analytischen und schriftlichen Kontexten funktioniert.

Häufige Fehler

1) Zu alltagssprachlich verwenden In Gesprächen wirkt „konterkariert“ oft künstlich.

2) Unklarer Bezug Es muss klar sein, welches Ziel betroffen ist. Sonst bleibt der Satz vage.

3) Verwechslung mit „konterkarieren“ „Konterkariert“ ist die Form für das Ergebnis, nicht der Infinitiv.

Beispielanalyse

„Die Kampagne ist konterkariert, weil die Preisaktion ein falsches Signal sendet.“
Hier wird ein klares Ziel (Markenaufbau) genannt. Die Preisaktion wirkt dagegen, also passt „konterkariert“. „Vereitelt“ wäre zu stark, weil der Markenaufbau nicht komplett scheitert – er wird „nur“ geschwächt.

Mini‑Dialog

— Unsere Initiative sollte Vertrauen schaffen. — Die Kommunikationspanne hat sie leider konterkariert. — Dann müssen wir das schnell korrigieren.

Mini‑Routine (10 Minuten)

  1. Schreibe drei Sätze im Passiv: „X wird durch Y konterkariert.“
  2. Tausche einmal „konterkariert“ gegen „durchkreuzt“ und spüre den Stilunterschied.
  3. Forme einen Satz ins Adjektiv um: „ein konterkariertes Ziel“.

Mini‑Test

Setze die passende Form ein:

  1. Die Wirkung wird durch Nebeneffekte ___.
  2. Unsere Strategie ist durch widersprüchliche Signale ___.
  3. Die Maßnahme wurde von internen Konflikten ___.

Lösung: konterkariert / konterkariert / konterkariert

Beispielsätze (10 kurze Sätze)

  1. Der Effekt wird durch Nebenwirkungen konterkariert.
  2. Die Reform ist durch Ausnahmen konterkariert.
  3. Sein Verhalten hat den Plan konterkariert.
  4. Die Botschaft wurde durch Details konterkariert.
  5. Das Ergebnis wirkt konterkariert.
  6. Die Strategie ist durch kurzfristige Aktionen konterkariert.
  7. Der Nutzen wird durch Kosten konterkariert.
  8. Die Maßnahme bleibt konterkariert, solange sie widersprüchlich ist.
  9. Die Initiative wurde durch interne Konflikte konterkariert.
  10. Die klare Linie wird durch Ausnahmen konterkariert.

Merksatz

Wenn ein Ziel klar ist und eine Gegenwirkung dagegen arbeitet, ist es konterkariert.
Der Merksatz hilft dir, das Wort sicher zuzuordnen und nicht mit „vereitelt“ zu verwechseln.

Wenn du beim Schreiben unsicher bist, prüfe kurz: Was sollte erreicht werden? Und welcher Faktor steht dagegen? Sobald du diese zwei Elemente benennen kannst, passt „konterkariert“ fast immer – besonders in sachlichen Texten.

Fazit

„Konterkariert“ beschreibt, dass ein Ziel durch Gegenwirkung geschwächt oder verhindert wird. Das Wort ist formell, präzise und ideal für sachliche Texte.

Wenn du solche Begriffe sicher einsetzen willst, übe sie in kurzen Texten oder Dialogen – zum Beispiel mit Parlai.

Häufig gestellte Fragen

Es bedeutet, dass etwas durchkreuzt oder vereitelt wird.

Es ist das Partizip von „konterkarieren“ und wird oft wie ein Adjektiv genutzt.

Vor allem in formellen Texten, wenn Ziele durch Gegenwirkungen gestört werden.

Durchkreuzt, vereitelt, unterlaufen oder ausgehebelt – je nach Kontext.

„Konterkarieren“ ist der Infinitiv, „konterkariert“ die Partizip‑/Adjektivform.

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