„Konterkarieren“: Bedeutung, Verwendung und Synonyme


Zusammenfassung
- Konterkarieren heißt: einen Plan durchkreuzen oder ein Ziel vereiteln
- Das Verb wirkt gehoben und passt zu formellen Texten
- Typische Struktur: „X konterkariert Y“
- Synonyme sind durchkreuzen, vereiteln, unterlaufen
- Partizip II lautet: konterkariert
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Inhaltsverzeichnis
- Was bedeutet „konterkarieren“?
- Herkunft und Wortbildung
- Vergleich: Konterkarieren vs. Durchkreuzen vs. Vereiteln vs. Unterlaufen
- Kurz‑Check: Passt „konterkarieren“?
- Grammatik und Konjugation
- Typische Satzmuster
- Satzbau‑Hinweise
- Typische Kollokationen
- Typische Kontexte
- Politik und Verwaltung
- Wirtschaft und Strategie
- Wissenschaft und Forschung
- Alltag (selten, aber möglich)
- Gegenteile und positive Verben
- Wortfamilie und Ableitungen
- Feine Bedeutungsnuancen
- Alternative wählen: kurzer Leitfaden
- Beispiele aus unterschiedlichen Textsorten
- Stil und Register
- Häufige Fehler
- Beispielanalyse: Warum der Satz funktioniert
- Mini‑Dialog
- Mini‑Routine (10 Minuten)
- Mini‑Test
- Beispielsätze (10 kurze Sätze)
- Merksatz
- Fazit
„Konterkarieren“ klingt gehoben, meint aber etwas sehr Konkretes: ein Vorhaben durchkreuzen. Das Verb begegnet dir in Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft, wenn Maßnahmen ein Ziel entgegenlaufen oder es vereiteln. Im Alltag ist es selten, in formellen Texten dagegen sehr präzise.
In diesem Guide bekommst du Bedeutung, typische Satzmuster, Synonyme, Beispiele und häufige Fehler.
Kurz gesagt: Es beschreibt Gegenwirkung.
Was bedeutet „konterkarieren“?
Konterkarieren heißt: gegen etwas wirken, einen Plan durchkreuzen oder ein Ziel vereiteln.
Kurzformel:
- Ziel + Gegenwirkung = konterkarieren
Beispiele:
- Die neue Regel konterkariert die Strategie.
- Sein Verhalten konterkarierte die Bemühungen.
Herkunft und Wortbildung
Das Wort wirkt modern, ist aber sprachlich klar aufgebaut:
- Konter- steht für „gegen“ oder „entgegen“ (wie bei kontern).
- -karieren stammt aus dem Französischen und bedeutet „kreuzen“ (verwandt mit karierter Stoff).
Im Kern heißt konterkarieren also sinngemäß: gegen etwas kreuzen – und damit einen Plan stören.
Konterkarieren vs. Durchkreuzen vs. Vereiteln vs. Unterlaufen
Kernidee
Ton
Beispiel
So wirkt „konterkarieren“ oft präziser und formeller als die alltagssprachlichen Alternativen.
Kurz‑Check: Passt „konterkarieren“?
Nutze das Verb, wenn mindestens zwei Punkte zutreffen:
- Es gibt ein klares Ziel oder einen Plan.
- Eine zweite Handlung wirkt dagegen.
- Der Kontext ist sachlich oder formell.
- Du willst präzise statt umgangssprachlich klingen.
Wenn der Satz locker sein soll, ist „durchkreuzen“ oft die natürlichere Wahl.
Ein guter Hinweis: Wenn du eine Ursache benennen kannst, die gegen das Ziel arbeitet, ist „konterkarieren“ fast immer passend. Fehlt dieser Gegenspieler, klingt das Verb schnell zu stark.
Grammatik und Konjugation
„Konterkarieren“ ist regelmäßig und benötigt ein Objekt.
| Zeitform | Beispiel |
|---|---|
| Präsens | ich konterkariere |
| Präteritum | ich konterkarierte |
| Perfekt | ich habe konterkariert |
| Partizip II | konterkariert |
Typische Ergänzung: etwas konterkarieren (Akkusativ)
Typische Satzmuster
Diese Strukturen sind besonders häufig:
- X konterkariert Y.
- Neue Vorgaben konterkarieren die Initiative.
- Y wird durch X konterkariert.
- Der Effekt wird durch Nebenwirkungen konterkariert.
- konterkarierende Faktoren (adjektivisch)
- konterkarierende Maßnahmen, konterkarierende Signale
Satzbau‑Hinweise
In formellen Texten steht „konterkarieren“ oft nah am Objekt, damit klar bleibt, was genau durchkreuzt wird:
- Die Maßnahme konterkariert das Ziel.
- Die Maßnahme konterkariert diese langfristige Strategie.
In längeren Sätzen hilft eine klare Struktur:
- Obwohl die Kampagne viel Aufmerksamkeit erzeugt, konterkariert sie das eigentliche Ziel, weil sie falsche Erwartungen weckt.
Im Passiv wird der Gegenspieler häufig mit durch genannt:
- Das Ziel wird durch widersprüchliche Signale konterkariert.
Typische Kollokationen
Kollokationen helfen dir, natürlicher zu klingen:
- Plan konterkarieren
- Ziel konterkarieren
- Strategie konterkarieren
- Bemühungen konterkarieren
- Maßnahmen konterkarieren
- Reformen konterkarieren
Typische Kontexte
Politik und Verwaltung
- Die Ausnahmeregel konterkariert die Reform.
- Die neue Verordnung konterkariert die Klimaziele.
Wirtschaft und Strategie
- Das Preissignal konterkariert die Positionierung.
- Kurzfristige Aktionen konterkarieren den Markenaufbau.
Wissenschaft und Forschung
- Die Nebenwirkung konterkariert den Nutzen.
- Störvariablen konterkarieren die Ergebnisse.
Alltag (selten, aber möglich)
- Der Dauerregen konterkarierte unseren Ausflug.
Gegenteile und positive Verben
Wenn etwas nicht konterkariert, sondern unterstützt wird, passen diese Verben besser:
- fördern (z. B. Die Maßnahme fördert das Ziel.)
- unterstützen (z. B. Das Budget unterstützt die Strategie.)
- begünstigen (z. B. Das Umfeld begünstigt den Erfolg.)
- stärken (z. B. Die Maßnahmen stärken den Effekt.)
Solche Gegenteile helfen dir, präzise zwischen Gegenwirkung und Unterstützung zu unterscheiden.
Wortfamilie und Ableitungen
Neben dem Verb begegnet dir häufig:
- konterkariert (Partizip/Adjektiv): ein konterkariertes Ziel
- Konterkarierung (Substantiv, selten, sehr formal): die Konterkarierung einer Maßnahme
Die Adjektivform „konterkariert“ ist im Alltag üblicher als das Substantiv.
Feine Bedeutungsnuancen
„Konterkarieren“ beschreibt Gegenwirkung. Es geht nicht nur um „nicht klappen“, sondern um aktives oder strukturelles Gegengewicht.
- durchkreuzen: neutraler, alltagstauglich
- vereiteln: stärker, betont Scheitern
- unterlaufen: indirektes Aushebeln von Regeln
- sabotieren: absichtlich und negativ besetzt
Beispielnuancen:
- Die Änderung durchkreuzt den Plan. (neutral)
- Die Änderung konterkariert das Ziel. (formell, zielbezogen)
- Die Änderung vereitelt den Plan. (stärker, Scheitern)
- Die Änderung unterläuft die Regeln. (indirekt)
Alternative wählen: kurzer Leitfaden
Wenn du unsicher bist, hilft dir diese Mini‑Entscheidung:
- Du willst nüchtern und sachlich wirken:
Nimm konterkarieren. Es klingt analytisch und passt zu Berichten, Strategien oder Studien. - Du beschreibst nur eine Störung im Alltag:
Nutze durchkreuzen oder stören. Das wirkt natürlicher in Gesprächen. - Du willst betonen, dass etwas endgültig scheitert:
Verwende vereiteln. Dieses Verb macht die starke Konsequenz deutlich. - Du meinst ein indirektes Aushebeln von Regeln:
unterlaufen passt, wenn es um Normen, Gesetze oder Verfahren geht.
So findest du schnell die Variante, die Ton und Bedeutung am besten trifft.
Beispiele aus unterschiedlichen Textsorten
Sachbericht:
Die kurzfristigen Kürzungen konterkarieren die langfristige Entwicklungsstrategie.
Kommentar/Analyse:
Das Signal mag populär klingen, konterkariert jedoch die eigentlichen Ziele.
Wissenschaftlicher Text:
Die Störvariable konterkariert die Interpretation der Ergebnisse.
Diese Beispiele zeigen, dass „konterkarieren“ besonders gut in analytischen oder formellen Texten funktioniert.
Stil und Register
„Konterkarieren“ ist gehoben und wirkt in formellen Texten präzise. In Gesprächen klingt es schnell zu schriftsprachlich. Dort sind „durchkreuzen“ oder „kaputtmachen“ oft passender.
Wenn du in Bewerbungen, Berichten oder Präsentationen schreibst, ist „konterkarieren“ jedoch ideal: Es wirkt sachlich und zeigt, dass du Ziel‑Wirkungs‑Beziehungen klar benennen kannst. In mündlichen Gesprächen reicht meist eine einfachere Alternative.
Häufige Fehler
1) Zu umgangssprachlich verwenden „Konterkarieren“ klingt in einem lockeren Chat oft unnatürlich.
2) Fehlendes Objekt Das Verb braucht ein klares Ziel: Plan, Strategie, Maßnahme.
3) Verwechslung mit „konterkariert“
„konterkariert“ ist das Partizip/Adjektiv, nicht der Infinitiv.
Beispielanalyse: Warum der Satz funktioniert
Nimm den Satz: „Die strengere Regel konterkariert das eigentliche Ziel.“
Das Ziel ist mehr Sicherheit. Die Regel führt jedoch dazu, dass Menschen Wege suchen, die Regel zu umgehen. Ergebnis: weniger Sicherheit. Genau diese Gegenwirkung macht „konterkarieren“ passend.
Würdest du hier „durchkreuzen“ sagen, klingt es alltagssprachlicher und weniger analytisch. „Vereiteln“ wäre zu stark, weil das Ziel nicht vollständig scheitert – es wird teilweise unterlaufen. „Konterkarieren“ trifft also die Mitte: Es benennt den Gegeneffekt, ohne zu übertreiben.
Mini‑Dialog
— Die neue Regel soll uns helfen. — Sie konterkariert leider unser eigentliches Ziel. — Dann müssen wir die Maßnahme anpassen.
Mini‑Routine (10 Minuten)
- Schreibe drei Sätze mit „Plan/Ziel/Strategie konterkarieren“.
- Ersetze „konterkarieren“ einmal durch „durchkreuzen“ und vergleiche den Ton.
- Forme einen Satz ins Passiv: „X wird durch Y konterkariert.“
Mini‑Test
Setze die richtige Form ein:
- Die Regel ___ die Strategie.
- Der Plan wurde durch neue Vorgaben ___.
- Kurzfristige Aktionen ___ den Markenaufbau.
Lösung: konterkariert / konterkariert / konterkarieren
Beispielsätze (10 kurze Sätze)
- Die Maßnahme konterkariert das Ziel.
- Sein Verhalten konterkarierte die Bemühungen.
- Nebeneffekte konterkarieren den Nutzen.
- Die Ausnahmen konterkarieren die Regel.
- Die Aktion konterkariert die Strategie.
- Der Regen konterkarierte unseren Plan.
- Budgetkürzungen konterkarieren die Reform.
- Die Vorgabe wirkt, als würde sie alles konterkarieren.
- Das Signal konterkariert die Positionierung.
- Die Regel wird durch Widersprüche konterkariert.
Merksatz
Wenn ein Ziel klar ist und etwas dagegenarbeitet, passt „konterkarieren“. Denk an den Merksatz:
„Konterkarieren = Gegenwirkung auf ein Ziel.“
Dieser Satz hilft dir, das Wort schnell einzuordnen und in passenden Kontexten sicher zu verwenden.
Fazit
„Konterkarieren“ ist ein präzises, formelles Verb für durchkreuzen oder vereiteln. Wenn du es in passenden Kontexten nutzt, klingt dein Deutsch sachlich und professionell.
Wenn du solche Wörter im Kontext üben willst, helfen dir kurze Schreibübungen oder Dialoge – zum Beispiel mit Parlai.
Häufig gestellte Fragen
Es heißt, etwas zu durchkreuzen oder ein Vorhaben zu vereiteln.
Eher nicht – es klingt formell und wird in sachlichen Texten genutzt.
Regelmäßig: ich konterkariere, du konterkarierst, er konterkariert.
„Vereiteln“ betont das Scheitern, „konterkarieren“ das Gegenwirken.
Das Partizip II ist „konterkariert“.
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