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„Empfehlen“: Bedeutung, Grammatik und Beispiele

„Empfehlen“: Bedeutung, Grammatik und Beispiele
Nina Authried
5 Min. Lesezeit

Zusammenfassung

  • Empfehlen bedeutet raten oder vorschlagen
  • Typisches Muster: jemandem (Dativ) etwas (Akkusativ) empfehlen
  • Das Verb ist unregelmäßig: ich empfehle, du empfiehlst
  • Häufige Formen: empfehlenswert, Empfehlung, sich empfehlen
  • Mit klaren Satzmustern wirkt die Empfehlung natürlich

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„Empfehlen“ ist ein sehr nützliches Verb: Du empfiehlst ein Buch, ein Restaurant oder eine Vorgehensweise. Wer die Grammatik sicher beherrscht, klingt sofort natürlicher und überzeugender.

In diesem Guide lernst du Bedeutung, Formen, typische Satzmuster, Redewendungen und praktische Beispiele.

Was bedeutet „empfehlen“?

Empfehlen bedeutet: jemandem raten oder etwas vorschlagen, weil man es für gut hält.

Beispiele:

  • Ich empfehle dir dieses Buch.
  • Kannst du mir ein Restaurant empfehlen?

Grammatik und Konjugation

„Empfehlen“ ist unregelmäßig:

PersonForm
ichempfehle
duempfiehlst
er/sie/esempfiehlt
wirempfehlen
ihrempfehlt
sie/Sieempfehlen

Typisches Satzmuster

Häufigster Aufbau:

jemandem (Dativ) + etwas (Akkusativ) empfehlen

  • Ich empfehle dir das Hotel.
  • Sie empfiehlt uns den Kurs.

Pronomen-Reihenfolge

Wenn beide Objekte Pronomen sind, steht Dativ vor Akkusativ:

  • Ich empfehle dir ihn.
  • Sie empfiehlt mir das.

Bei gemischten Formen wirkt Dativ + Akkusativ am natürlichsten.

Empfehlen vs. raten vs. vorschlagen

Aspekt
Ton
Typischer Einsatz
**empfehlen**
positiv, wertend
Ich rate dir zu etwas Gutem
**raten**
direkt, situationsbezogen
Ich halte das für sinnvoll
**vorschlagen**
neutral
Ich bringe eine Idee ein

So kannst du je nach Situation den richtigen Ton wählen.

Empfehlen + zu + Infinitiv

Du kannst auch Handlungen empfehlen:

  • Ich empfehle dir, früher zu kommen.
  • Der Arzt empfiehlt, mehr zu trinken.

Struktur: empfehlen + (Dativ) + zu + Infinitiv

Empfehlen + dass‑Satz

Formell kannst du auch einen dass‑Satz nutzen:

  • Ich empfehle, dass du früher kommst.
  • Der Arzt empfiehlt, dass Sie mehr trinken.

Beide Varianten sind korrekt, zu + Infinitiv klingt oft natürlicher.

Höfliche Empfehlung (Konjunktiv II)

Für einen freundlichen Ton:

  • Ich würde dir empfehlen, früher zu kommen.
  • Ich würde das Hotel empfehlen, wenn du Ruhe suchst.

Das klingt weniger direkt und sehr höflich.

Empfehlen vs. vorschlagen

  • empfehlen = wertend („ich rate dir dazu“)
  • vorschlagen = neutraler („ich bringe eine Idee“)

Beispiel:
Ich schlage vor, früher zu gehen. (neutral)
Ich empfehle dir, früher zu gehen. (stärker)

Das empfiehlt sich

Diese feste Wendung bedeutet: Das ist sinnvoll/ratsam.

  • Bei Regen empfiehlt sich ein Schirm.
  • Für Anfänger empfiehlt sich ein leichter Kurs.

Passiv: Es wird empfohlen …

In Anleitungen und Hinweisen liest du oft Passiv:

  • Es wird empfohlen, regelmäßig zu üben.
  • Empfohlen wird, früh zu starten.

Diese Form klingt sachlich und neutral.

Empfehlung vs. Empfehlungsschreiben

Empfehlung ist der allgemeine Rat.
Empfehlungsschreiben ist ein offizielles Dokument (z. B. Bewerbung).

Beispiele:

  • Ich habe eine Empfehlung für dich.
  • Für die Bewerbung braucht man ein Empfehlungsschreiben.

Empfehlen in verschiedenen Kontexten

Alltag

  • Ich empfehle dir den neuen Film.
  • Kannst du mir einen Friseur empfehlen?

Service/Verkauf

  • Ich empfehle die Tageskarte.
  • Darf ich Ihnen etwas empfehlen?

Beruf/Projekt

  • Ich empfehle, die Risiken zuerst zu prüfen.
  • Wir empfehlen eine schrittweise Einführung.

Empfehlung für vs. Empfehlung an

  • Empfehlung für: eine Empfehlung für ein Buch
  • Empfehlung an: eine Empfehlung an den Vorstand (formell)

So kannst du klar zwischen Objekt und Adressat unterscheiden.

Wortfamilie

  • Empfehlung (Nomen)
  • empfehlenswert (Adjektiv)
  • Empfehlungsschreiben

Beispiele:

  • Er hat eine Empfehlung bekommen.
  • Das Buch ist sehr empfehlenswert.

Synonyme

Je nach Kontext:

  • raten
  • nahelegen
  • vorschlagen
  • ans Herz legen (emotional)

Häufige Kollokationen

  • etwas wärmstens empfehlen
  • etwas nachdrücklich empfehlen
  • empfehlenswert
  • Empfehlung aussprechen

Diese Kombinationen hörst du häufig in Beratung und Service.

Beispiel‑Sätze im Vergleich

  • Ich empfehle dir den Kurs.
  • Ich rate dir, ihn zu buchen.
  • Ich schlage vor, wir vergleichen noch.

Häufige Fehler

1) Falscher Kasus
Ich empfehle das dir.
Ich empfehle dir das.

2) Unregelmäßigkeit vergessen
du empfehlst → ✅ du empfiehlst

3) „sich empfehlen“ falsch verstehen
„Sich empfehlen“ ist formell: Ich empfehle mich (z. B. beim Verabschieden).

Sich empfehlen (formell)

Diese Wendung klingt altmodisch/formell:

  • Ich empfehle mich. (z. B. am Telefon am Ende)

Im Alltag sagt man eher: „Ich verabschiede mich.“

Merksatz

Empfehlen = positiver Rat mit Dativ + Akkusativ.

Mini‑Dialog

— Kannst du mir ein Café empfehlen?
— Ja, ich empfehle dir das Café an der Ecke.
— Warum?
— Der Kaffee ist stark und der Kuchen ist super.

Mini‑Routine (10 Minuten)

  1. Schreibe 3 Sätze mit Dativ + Akkusativ
  2. Schreibe 2 Sätze mit empfehlen + zu + Infinitiv
  3. Formuliere 2 Sätze mit empfehlenswert

Mini‑Story

Im Urlaub fragte mich eine Freundin nach Tipps. Ich empfahl ihr ein kleines Café, weil es ruhig war. Später sagte sie: „Das war wirklich empfehlenswert.“

Checkliste: Passt „empfehlen“?

  1. Möchtest du einen Rat geben?
  2. Hältst du etwas für gut?
  3. Gibt es eine Alternative?

Wenn ja, passt „empfehlen“ sehr gut.

Mini‑Test

Setze die richtige Form ein:

  1. Ich ___ dir dieses Buch.
  2. Du ___ mir den Film.
  3. Es ___ sich, früh zu starten.

Lösung: empfehle / empfiehlst / empfiehlt.

Zusatzübung: Dativ/Akkusativ

Setze die Pronomen richtig ein:

  1. Ich empfehle ___ ___ . (dir / es)
  2. Sie empfiehlt ___ ___ . (uns / den Kurs)

Lösung: dir es / uns den Kurs.

Beispielsätze (8 kurze Sätze)

  1. Ich empfehle dir diesen Kurs.
  2. Er empfiehlt uns ein Restaurant.
  3. Sie empfiehlt, mehr Wasser zu trinken.
  4. Das empfiehlt sich bei schlechtem Wetter.
  5. Der Film ist sehr empfehlenswert.
  6. Kannst du mir ein Hotel empfehlen?
  7. Wir empfehlen euch die frühe Bahn.
  8. Der Arzt empfahl mir eine Pause.

Fazit

„Empfehlen“ bedeutet, jemanden zu etwas Gutem zu raten. Wenn du die Satzmuster und die unregelmäßigen Formen beherrschst, klingt deine Empfehlung natürlich und überzeugend.

Wenn du deutsche Verben sicher anwenden willst, probiere Parlai und übe sie in kurzen, echten Beispielsätzen.

Häufig gestellte Fragen

Meist mit Dativ + Akkusativ: Ich empfehle dir das Buch.

Ja. Präsens: ich empfehle, du empfiehlst, er empfiehlt.

Das heißt: Das ist ratsam oder sinnvoll.

Empfehlen + zu + Infinitiv: Ich empfehle dir, früher zu kommen.

Empfehlen ist stärker wertend (ich rate dir dazu), vorschlagen ist neutraler.

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